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Es
begann vor langer, langer Zeit auf einem unbekannten Schlachtfeld
irgendwo in der Alten Welt. Die Schlacht endete wie üblich
in einem fürchterlichen Blutbad und es gab nur wenige
Überlebende dieses Gemetzels. Keiner wusste, welche Armee
gewonnen hatte oder warum es überhaupt zum Kampf gekommen
war. Aufgrund der schweren Verluste auf beiden Seiten vereinbarten
die Anführer der Armee einen Waffenstillstand und trafen
sich, um zu verhandeln.
Während die Anführer beider Armeen
sich um Friedensbedingungen stritten, waren die einfachen
Krieger froh, dass ihnen etwas Ruhe gegönnt wurde. Mungk,
der Boss einer kleinen Horde von Orks, die sich als Söldner
verdingt hatten, saß mit seinem Stellvertreter etwas
abseits und erfreute sich an seinem Lieblingssport, dem Popelschnippen.
Nachdem Mungk den Wettstreit mit einem unglaublich geschickten
Popelschnipper gewonnen hatte, verpasste er dem Verlierer
einen tüchtigen Tritt mit seinen schweren Stiefeln und
lehnte sich zurück. Er schaute gelangweilt über
die Leichenberge, die sich auf dem Schlachtfeld türmten
und hoffte, dass das Gemetzel schon bald weitergehen würde.
Die Schlacht hatte in einem fast halbkugelförmigen Tal
stattgefunden, an dessen südlicher Seite eine silberne
Kuppel stand, eines jener Bauwerke aus längst vergangenen
und friedlicheren Tagen. Mungk lehnte mit seinem Rücken
genau an diesem Bauwerk und ließ seinen Blick durch
die Gegend schweifen.
Doch
schon bald wurde er des Herumgaffens überdrüssig.
Sein Magen meldete sich und Mungk stellte fest, dass er einen
Bärenhunger hatte. Er scharrte mit seinen Stiefeln in
der losen Erde herum und hoffte, vielleicht einen saftigen
Wurm oder Käfer zu finden, den er verspeisen könnte.
Dann stieß er mit seinem Stiefel gegen etwas hartes.
Er bückte sich und kratzte mit seiner Klauen bewehrten
Hand im Dreck. Mungk wollte den Gegenstand aus dem Boden zerren,
doch nichts passierte. Aus Wut stampfte er mit seinem Stiefel
auf dem Boden herum und da passierte es! Es gab ein lautes
Rumpeln, gefolgt von einem zischenden Geräusch. Auf der
einen Seite der silbernen Kuppel öffnete sich eine vorher
unsichtbare Tür und muffige Luft strömte aus dem
dunklen Inneren des Gebäudes.
Mungk stand wie vom Blitz getroffen regungslos
dar und machte ein äußerst dämliches Gesicht.
Er schaute vollkommen konsterniert in das Gebäude und
erblickte seltsame Mosaike sowie Reliefe an den Wänden.
Viele seltsam geformte Rüstungen hingen an den Wänden
und ein gewaltiges Buch lag auf einen juwelenverzierten Sockel.
In Windeseile verbreitete sich die Neuigkeit von Mungks Entdeckung
über das Schlachtfeld und sogar die Anführer beider
Armeen, die sich gerade in der Mitte eines heftigen Disputes
befanden, kamen herbeigeeilt, um sich das mysteriöse
Gebäude genauer anzuschauen.
Das Buch erregte die meiste Aufmerksamkeit,
da aber keiner der Anwesenden einschließlich der Generäle
lesen konnte, wusste niemand so recht, was sie nun tun sollten.
Es war jedoch allen klar, dass sie so etwas ähnliches
wie einen Tempel gefunden hatten und dass das Buch mit Sicherheit
mysteriöse Geheimnisse, über das Leben, das Universum
und einfach alles enthalten musste.
Es dauerte Stunden, bis endlich ein Krieger
gefunden wurde, der des Lesens mächtig war. Es handelte
sich um einen halbblinden uralten Zwerg, der nicht nur die
Sprachen aller existierenden Völker kannte, sondern auch
die Sprachen und Schriften der alten Völker. Der Zwerg
nahm das Buch, setzte sich im Schneidersitz hin und fing an,
die verschlungenen Schriftzeichen zu studieren.
Er saß drei Tage lang regungslos am
Boden zupfte sich gelegentlich am Bart und murmelte dann und
wann unverständliches Zeug. Alle anderen Krieger warteten
gespannt auf das, was der Zwerg ihnen wohl vorlesen würde.
Doch schließlich verkündete der Zwerg, dass er
nun wüsste, was in dem Buch steht. Schnell errichteten
die anderen Krieger ein kleines Podest, damit auch jeder den
Zwerg sehen konnte, wenn er die Weisheiten verkünden
würde.
Dieses
Buch, begann der Zwerg seine Ausführungen, Dieses
Buch, meine lieben Freunde und sehr geehrten Feinde, ist offensichtlich
ein heiliges Buch eines Kriegervolkes, das ursprünglich
aus einem geheimnisvollen Land namens Ammerikka stammt. Ihre
Priester, die dem Gott Nafl dienten, wurden als Traina bezeichnet.
Diese Priester führten Gruppen von Kriegern an, die in
einer Arena um die Gunst des Gottes Nafl kämpften. Die
Krieger kämpften nicht nur, weil sie Gewalt und Zerstörung
liebten, meine lieben Freunde und verehrten Feinde, sondern
weil Kampf eine rituelle Bedeutung hatte!
Die meisten der Zuhörer hatten einige
Schwierigkeiten, diese merkwürdige Sicht der Dinge zu
verstehen, und ein Murmeln und Raunen ging durch die Menge.
Der Zwerg fuhr jedoch unbeeindruckt fort. Eine Schweinsblase
wurde mit Luft gefüllt und von einem Ende der heiligen
Arena zum anderen Ende getragen. Sobald eine Gruppe von Kriegern
das Feld einmal überquert hatte, erhielt sie ein heiliges
Geschenk, den sogenannten Tatschdaun! Der Kampf in der Arena
endete nach einer vorgegebenen Zeitdauer, und die Gruppe von
Kriegern, die mehr Tatschdauns hatte war der Sieger! Tatsächlich
war es nicht das vorrangige Ziel des Kampfes, die Gegner zu
töten, auch wenn einige Priester, tschuldigung
- Traina, dies als Taktik benutzten. Außerdem wird in
einem Buch oft die Zahl elf erwähnt und es scheint, als
wäre elf die heilige Zahl des Nafl. Daher durften nur
elf Spieler einer Kriegergruppe die Arena betreten.
Leider musste der Zwerg seine Ausführungen
unterbrechen, als unter einer großen Gruppe von Goblins
einige Verwirrung über die Bedeutung der Zahl elf ausgebrochen
war. Die Grünlinge hatten ihre Schuhe ausgezogen, um
die Möglichkeiten des An-den-Fingern-Abzählens zu
erweitern. Leider fand es einer der Goblins besonders witzig,
seine Stiefel anzubehalten, um auf den nackten Füßen
seiner Kollegen herumzuspringen. Dem Zwerg blieb nichts anderes
übrig, als die Schmerzensschreie der Goblins zu ignorieren
und fortzufahren.
Dies bedeutete jedoch nicht, dass eine
Gruppe von Kriegern nur aus elf Spielern bestehen durfte.
Eine derartige Gruppe, die von den Priestern den heiligen
Namen Tiehm verliehen bekam, durfte aus beliebig vielen Spielern
bestehen, so dass Verluste ersetzt werden konnten. Nafl verlangte
jedoch, dass immer nur elf Krieger einer Gruppe in den Kampf
eingriffen. Nafl hatte außerdem das Verbot erlassen,
Waffen zu benutzen. Die Worte des Gottes besagten, dass der
Körper eines Kriegers seine einzige Waffen sein sollte.
Rüstungen jedoch fanden Nafls Gunst und er beschloss,
dass es gut war, wenn die Krieger Rüstungen trugen. In
der heiligen Schrift steht zudem, dass der Kampf auf einem
rechteckigen Feld stattfinden sollte, das in der Mitte einer
ovalen Arena lag.
Alle Krieger schauten sich in dem kleinen
Tal um, und auf den Gesichtern der Schlaueren zeichnete sich
ein leichtes Grinsen ab.
Ich glaube es war ein Zeichen des Gottes
Nafl, dass wir dieses Buch gefunden haben. Fuhr der
Zwerg fort. Nafl wollte, dass wir unseren Streit auf
seine Weise beilegen und das alte Ritual wiederbeleben.
Ein Raunen der Zustimmung ging durch die Menge, das sich schnell
zu einem Sturm der Begeisterung steigerte. Allein aus der
Ecke der Goblins kam weiterhin Gezeter, da die Grünlinge
immer noch die unendlichen Variationen von Fußtritten
ausprobierten.
Und
so kam es, dass nach Jahrhunderten wieder ein Spiel des ammerikkanischen
Footballs ausgetragen wurde. Einige Krieger fingen an, eine
Schweineblase voll Luft zu pumpen, vergassen jedoch zu erst
das Schwein zu entfernen, was dem allgemeinen Enthusiasmus
keinen Abbruch tat (außer vielleicht dem etwas erstaunten
Schwein, aber das wurde nicht gefragt). Die Krieger legten
die uralten Rüstungen aus dem Tempel an und ein Schamane
kleidete sich in sein neues Zebrafell, damit jeder ihn als
Schiedsrichter erkennen konnte. Die Krieger stellten sich
auf, der Schamane blies ein Horn und das Spiel ging los.
Es gab eigentlich kein Spielfeld, keiner
kannte die Regeln und bis heute weiß niemand, wer das
Spiel eigentlich gewonnen hat. Aber es gab jede Menge wilder
Prügeleien, gebrochene Knochen, ausgerenkte Glieder und
alle Beteiligten hatten so richtig Spaß. Schnell war
die Schlacht vergessen, und alle zogen nach dem Spiel wieder
in Richtung Heimat, um mehr Leute für diesen absolut
genialen Zeitvertreib zu begeistern. Es dauerte nicht lange,
da hatten alle Völker ihre eigenen Teams und landauf
wie landab wurde am Samstagnachmittag eine Schweinsblase mit
Luft gefüllt (nachdem das Schwein entfernt wurde) und
es ging zur Sache.
Einige jedoch blieben an jenem heiligen Ort,
an dem der Wille des Nafl unter die Völker gebracht wurde.
Sie räumten das Schlachtfeld auf und entdeckten unter
einer dünnen Schmutzschicht ein großes grünes
Spielfeld, das merkwürdige Linien und Markierungen aufwies.
Sie säuberten das Feld und huldigten Nafl für seine
unermessliche Güte. Der Zwerg, der den Inhalt des Buches
entschlüsselt hatte, verlieh sich selbst den Titel Ligavorsitzender
Roz-El. Tatsächlich war dies der Name einer der Hohepriester
aus dem Buch. Da der Zwerg die ganze Sache ins Rollen gebracht
hatte, sah er es als seine heilige Pflicht an, weitere Huldigungen
des Nafl zu organisieren. Er brannte darauf, seine Pläne
für die größte Veranstaltung, die jemals in
Nafls Namen stattgefunden hatte zu organisieren - dies war
die Geburtsstunde von Blood Bowl!
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